Bilder einer Ausstellung – der Komponist Igor Stravinsky und seine MESSE

mit  MOTETTEN des Barocks.

Modest Mussorgsky, Komponist der berühmten „Bilder..“, war neben Tschaikowsky einer der russischen Tonkünstler, auf die der junge 1882 geborene Komponist Igor Stravinsky traf. Stilistisch greift er alle Stile und musikalischen Elemente auf, die ihm begegnen: russische Romantiker, russische Folklore, französischen Impressionismus und ein ihm eigenes intensives Gefühl für archaische und expressive Rhythmen. Dies alles führte dazu, dass er zunächst ein erfolgreicher Ballettkomponist wurde: „Petruschka“ und vor allem 1913 „Sacre du Printemps“, wenn auch zunächst ein Skandal, waren musikgeschichtliche Meilensteine. Dabei entstand immer Musik, die zwar Neues und Frisches hervorbrachte, die aber durch ihre illustrative Aufgabe für den Hörer zugänglich war. Zugänglich auch dadurch, dass der Komponist sich immer wieder, mehr oder weniger mit der Stravinsky-Brille, traditioneller Musik bediente.

Im  Vorfeld seiner 1947 entstandenen MESSE beschäftigte er sich sogar mit mittelalterlichen Motetten, die wir an manchen Stellen fast ungefiltert zu hören glauben. Diese recht knapp gehaltene MESSE ist wie ein kleiner Kosmos von „Bildern einer musikalischen Ausstellung der Klänge" und Kompositionsverfahren, die er im Laufe der Jahre angewendet hat.

Die Böblinger Kantorei hat sich alles in allem also auf Entdeckungsreise begeben und erkundet mit Neugier einen bisher von ihr noch nicht aufgeführten faszinierenden Kompositionsstil.

Unser Konzert wird wie eine musikalische Ausstellung sein: zwischen den einzelnen Sätzen der Stravinskyschen MESSE erklingen doppelchörige Motetten von Heinrich Schütz und Johann Christian Bach sowie ein Auftragswerk für die ungewöhnliche Orchesterbesetzung der Messe: Bläserstück Nr. 1 des Renninger Komponisten Roland Gäfgen für 5 Holz- und 5 Blechbläser.